Dienstag, 28. März 2017

Gemeinsam Lesen #99


Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

- Ich lese gerade "AchtNacht" von Sebastian Fitzek und bin auf Seite 88 von 416.

 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch


"Er würde ihn bekommen. Gar keine Frage."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

- Ich habe gestern mit dem neuen Thriller von Sebastian Fitzek begonnen und kann sagen, dass es bisher schon so ein typischer Fitzek-Pageturner ist - also schwer aus der Hand zu legen. In dem Buch geht es um eine Todeslotterie, in der am 8.8. um 8:08 Uhr abends ein Kandidat gezogen wird, der dann in den folgenden 12 Stunden straffrei gejagt werden darf - mit Kopfgeld. Total verrückt und erschreckend. Ich bin sehr gespannt. wie sich die Geschichte entwickeln wird, bisher ist es aber schon sehr fesselnd.


4. Hörst du gerne Hörbücher? Und ist Hörbücher hören für dich gleichwertig wie Lesen?

- Ich mag Hörbücher und auch Hörspiele, doch ich gebe zu, dass ich eher der "Lesetyp" bin. Es gibt aber ein paar Lieblingsbücher, von denen ich mir sehr gerne mal die Hörversion anhören möchte, bespielsweise J.K. Rowlings Harry Potter und Kai Meyers Die Seiten der Welt oder auch das Hörspiel zu seiner Merle-Trilogie.


Montag, 27. März 2017

Rezension zu "Selfies" von Jussi Adler-Olsen

Zum Buch


Band 7 der Reihe um Carl Morck und dem Sonderdezernat Q

Das Sonderdezernat Q  bekommt es momentan gleich mit mehreren Fällen zu tun: Der aktuelle Todesfall einer älteren Dame weist überraschende Parallelen mit einem zwölf Jahre zurückliegenden Mord an einer jungen Frau auf, der nie aufgeklärt werden konnte. Gibt es da vielleicht einen Zusammenhang? Carl Morck, der zurzeit noch einigen mysteriösen Missverständnissen in der Aufklärungsstatistik auf den Grund geht, fängt sofort an zu recherchieren. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Assad und Gordon durchleuchtet er die Fakten der undurchsichtigen Verbrechen. Gerade jetzt könnten sie die Hilfe und das Gespür ihrer Kollegin Rose gut gebrauchen, doch diese wird zurzeit von Dämonen aus ihrer Vergangenheit heimgesucht. Was ist damals in Roses Kindheit wirklich geschehen? Um Rose zu helfen, wendet sich das Sonderdezernat Q auch diesem sehr persönlichen Fall zu - und findet etwas heraus, mit dem sie so nicht gerechnet haben...

Gleichzeitig ereignen sich mehrere rätselhafte Verbrechen auf Kopenhagens Straßen, die weitere Fragen aufwerfen...


"Da sah sie sich selbst im Flurspiegel, zwischen den vielen roten und schwarzen Zeilen, und fühlte sich an die verzerrten Gesichter und verlorenen Seelen in den geschlossenen Abteilungen des Landes erinnert. In dem Moment wurde ihr endgültig klar, dass sie zugrunde gehen wurde, wenn sie nicht augenblicklich etwas unternahm." -Seite 111, eBook


Auch im siebten Band um Carl Morck und seinen Mitarbeitern Assad, Rose und Gordon vom Sonderdezernat Q wird es spannend. Hier bekommen die Ermittler es gleich mit mehreren unterschiedlichen Fällen zu tun, die auf den ersten Blick nicht miteinander in Verbindung stehen - jedoch nur auf den ersten Blick...
Da die Geschichte aus mehreren Blickwinkeln erzählt wird, muss man sich anfangs zunächst mal einen Überblick verschaffen. Doch nach einer kurzen "Einlesungsphase" findet man sich sehr gut zurecht.
Eine Besonderheit in diesem Band ist, dass man hier noch mehr über Roses persönliche Geschichte erfährt und diese auch zum Ermittlungsgegenstand wird. Hier wird es traurig, es gibt einige dunkle Enthüllungen. Auch die anderen Fälle, in denen das Sonderdezernat Q diesmal ermittelt, haben es in sich - es kommen nach und nach schockierende Details ans Licht. Auch die Charaktere sind mit ihren Handlungen und Gedanken sehr gut beschrieben - und diese sind oft sehr erschreckend.

Sehr interessant und erfrischend sind hier wieder die Dialoge zwischen Carl und Assad, der seinen Chef natürlich auch aktuell wieder mit einigen Kamel-Weisheiten zum grübeln bringt:


Er wandte sich zu Assad um, der hinter ihm stand. "Was soll man mit diesem Schund anfangen?" Der schüttelte den Kopf. "Tja, Carl. Da kannst du genauso gut fragen, warum das Kamel so große Füße hat." Carl merkte, wie sich die Falten auf seiner Stirn verschoben. Konnten diese verdammten Kamele nicht mal für einen Tag woanders niederlassen? -Seite 113, eBook


Wie schon bei seinen Vorgängern besticht das Cover hier wieder durch ein markantes Merkmal - ein blutiges, ausgefranstes Stück Seil- und einer auffallenden Farbe, die einem im Buchhandel sofort ins Auge fällt. Es reiht sich damit perfekt in die Dezernat Q-Reihe ein. Zwar ist es hier von Vorteil, wenn man die anderen Bände gelesen hat, weil es immer wieder kleine Anspielungen zu vergangenen Ereignissen gibt, jedoch nicht zwingend erforderlich. Der Fall ist eine in sich abgeschlossene Geschichte und daher auch einzeln lesbar.

Mein Fazit: Der siebte Band um Carl Morck und sein Sonderdezernat Q ist wieder sehr lesenswert! Nachdem mich der Vorgängerband Verheissung nur teilweise überzeugen konnte, findet Jussi Adler-Olsen mit Selfies wieder zu seinem gewohnten, spannenden Erzählstil zurück, den man schon aus den ersten Bänden der Reihe kennt. Bis auf einen etwas unübersichtlichen Anfang, der durch die verschiedenen Erzählstränge entsteht, findet man sich aber schon nach wenigen Seiten zurecht. Es ist sehr spannend zu verfolgen wie die einzelnen Puzzleteile schließlich an seinen Platz kommen. Die Fälle haben es in sich - es wird mal traurig, mal erschreckend und schockierend. Doch der Thriller ist auch fesselnd und hat einige Überraschungen zu bieten. Sehr empfehlenswert für alle Thriller-Fans! Ich vergebe hierfür 4,5 Sterne.

Meine Bewertung: 




Titel: Selfies
Autor: Jussi Adler-Olsen
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 576
Verlag: dtv
 
Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar! :)

Die Bücher der Reihe um Carl Morck und das Sonderdezernat Q:
Band 1 - Erbarmen
Band 2 - Schändung
Band 3 - Erlösung
Band 4 - Verachtung
Band 5 - Erwartung
Band 6 - Verheissung
Band 7 - Selfies

Donnerstag, 23. März 2017

Rezension zu "Das Labyrinth der Lichter" von Carlos Ruiz Zafón

Zum Buch


Band 4 aus der Reihe um den Friedhof der Vergessenen Bücher

Barcelona, im Jahr 1959: An einem grauen Wintertag im Dezember kehrt die junge Frau Alicia Gris von Madrid in ihre Heimatstadt Barcelona zurück. Sie hat den Auftrag, dem mysteriösen und plötzlichen Verschwinden den Ministers Mauricio Valls nachzugehen. Dessen Auto wurde verlassen in den Straßen Barcelonas gefunden. Bei ihren Recherchen findet sie in Valls' Besitz ein geheimnisvolles und äußerst seltenes Buch, das dieser sehr gut versteckt hatte. Um mehr über das besondere Buch zu erfahren, führt ihr Weg sie unter anderem in die Buchhandlung Sempere & Söhne. Schon beim Betreten des Ladens kommen bei Alicia Kindheitserinnerungen auf, zuerst nur schemenhaft - die besondere Atmosphäre und die vielen Bücher nehmen sie sofort gefangen...
Doch nicht nur die Erinnerungen an ihre Vergangenheit, sondern auch der aktuelle Fall erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit. Noch ahnt sie nicht, dass sie bereits mitten in einer dunkle Intrige mit noch ungeahntem Ausmaß  steckt...


"Ich durchschritt den Gang bis zu einem Bogen, hinter dem sich ein mächtiges Gewölbe auftat, und blieb hier stehen. Vor mir erhob sich das große Labyrinth wie eine unendliche Luftspiegelung. Eine Spirale aus Treppen, Tunneln, Brücken und Bögen verflocht sich zu einer ewigen, aus sämtlichen Büchern der Welt errichteten Stadt und stieg zu einer riesigen Glaskuppel an." -Seite 10


Da mir von Carlos Ruiz Zafón besonders die Bücher um den Friedhof der Vergessenen Bücher gefallen haben, war ich dementsprechend gespannt auf den neuen und finalen Band der Reihe. Auch wenn bei mir das Lesen der drei vorigen Bände schon eine Weile her ist, war der Zauber der Bücher sofort wieder da. Schon ganz an Anfang wird man (innerhalb eines Traums) schon kurz wieder an den besonderen Ort mitgenommen: In die Kathedrale, die von oben bis unten bestückt ist mit alten Büchern.
Das Buch beginnt mit einigen losen Erzählsträngen, wo man noch nicht genau weiß, wie sie sich später zusammenfügen werden. Doch danach findet man sich sehr gut zurecht. Man lernt Alicia kennen, die den Auftrag erhält, einen hochangesehenen Minister zu finden, der vor kurzem spurlos verschwand. Während ihrer manchmal speziellen und ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden findet sie unglaubliches heraus...
Es wird überraschend spannend mit einigen Krimi- und Thriller-Elementen - doch trotzdem geht der "Bücher-Zauber" nicht verloren. Denn auch die Welt der Bücher spielt hier eine zentrale Rolle - hier steht neben den rätselhaften Verschwinden von Mauricio Valls (dass noch ungeahnte Ausmaße annehmen wird) auch ein äußerst seltenes Buch und dessen Autor im Vordergrund, um den sich einige Geheimnisse ranken. Das hat mir besonders gut gefallen, genauso wie das Ende des Buches, das noch einige Überraschungen bereithält.

Das Cover finde ich sehr passend - schlicht und mit dem Jungen, der sich die Nase an dem Schaufester einer Buchhandlung plattdrückt sehr nostalgisch und sympathisch - passend zum Stil der Zafón-Bücher.
Der Autor erwähnt am Anfang des Buches, dass man den Zyklus um den Friedhof der Vergessenen Bücher in beliebiger Reihenfolge oder auch einzeln lesen kann. Am besten ist natürlich, wenn man die Bände der Reihe nach liest, da die Bücher alle durch Personen und Handlungen miteinander verbunden sind, doch das ist kein Muss. Auch wenn vielleicht einige Fragen auftauchen, kann man Das Labyrinth der Lichter auch ohne Vorkenntnisse lesen. Es ist trotz Verbindungen schon eine eigene Geschichte.


"Sie eilte die Treppe hinunter und blieb erst stehen, als sie in ihrem Zimmer war. Dort lehnte sie sich an die Tür und rutschte dann auf den Boden; sie spürte, dass ein Fluch die Luft vergiftet hatte und dass diese Nacht die letzte in diesem trüben Märchen war, dass sie allzu lange Jahre inszeniert hatten." -Seite 94


Mein Fazit: Das Finale des Zyklus um den Friedhof der Vergessenen Bücher ist sehr gelungen. Neben dem wunderbaren Bücher-Zauber wartet auch ein wirklich spannender Krimi, verbunden mit dem besonderen Schreibstil Zafóns. Zu Anfang braucht man einen Moment, um die vielen Fäden der Geschichte zu ordnen, doch im Laufe des Buches fügt sich alles zusammen. Er schafft es auch hier wieder, einzelne Orte wundervoll zu beschreiben - man ist sofort gefangen von der Geschichte! Es wird spannend und abenteuerlich mit einigen überraschenden Wendungen. Mir hat dieser Roman mit seinen vielen Facetten sehr gut gefallen. Mit einem perfekten Ende ein würdiger Abschluss der Reihe!

Meine Bewertung: 





Titel: Das Labyrinth der Lichter
Autor: Carlos Ruiz Zafón
Genre: Roman
Seitenanzahl: 944
Verlag FISCHER

Die Bücher der Reihe um den Friedhof der Vergessenen Bücher:
Band 1 - Der Shatten des Windes
Band 2 - Das Spiel des Engels
Band 3 - Der Gefangene des Himmels
Band 4 - Das Labyrinth der Lichter


Zum Schluss noch ein Dankeschön an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und die tolle Leserunde zum Buch! :)



#Leseparty - Die Alternative zur #lbm17


Hallo ihr Lieben,

endlich ist es wieder soweit: Heute startet die Leipziger Buchmesse! Leider kann ich wieder nicht vor Ort sein, daher freue ich mich, dass es auch in diesem Jahr wieder die #Leseparty gibt - die schöne Alternative für alle Daheimgebliebenen.

Die Leseparty wird von Jess und Petzi von Primeballerina und Die Liebe zu den Büchern, sowie von Alexandra und Evelyn vom Bücherkaffee und Literat(o)ur veranstaltet und findet im Zeitraum vom 23. - 26. März 2017 statt. Alle weiteren Infos findet ihr hier.

Ich werde der Leseparty hauptsächlich auf Twitter unter dem Hashtag #Leseparty folgen. Alternativ gibt es aber auch noch eine Veranstaltung auf Facebook. Ich freue mich auf ein buchiges Wochenende und verfolge wie immer immer sehr gespannt alle Berichte von Bloggern, Verlagen und Autoren. :)

Das kommende Wochenende steht also ganz im Zeichen der Literatur: Es wird gelesen, gebloggt und natürlich die Bücherliebe geteilt. :)
Mein Büchertürmchen, das gelesen werden will, steht schon bereit. Neben Das Labyrinth der Lichter, dem wunderbaren neuen Roman von Carlos Ruiz Zafón, den ich heute noch zuende lesen werde, freue ich mich noch auf folgende Bücher:
Selfies von Jussi Adler-Olsen, AchtNacht von Sebastian Fitzek und Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands von Salvatore Basile.

Ich wünsche allen Messebesuchern viel Spaß und hoffe auf viele interessante Beiträge und einen tollen Austausch auf der Leseparty!

Liebe Grüße
eure Nicole

Dienstag, 21. März 2017

Gemeinsam Lesen #98

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

- Ich lese gerade "Das Labyrinth der Lichter" von Carlos Ruiz Zafón und bin auf Seite 508 von 944.

 
2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch


"Fermin nickte und trat den Rückzug an."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

- Ich lese den neuen Roman von Carlos Ruiz Zafón zurzeit in einer tollen Leserunde bei Lovelybooks und bin bisher ganz begeistert von dem Buch. Es ist der vierte und finale Band des Zyklus um den Friedhof der Vergessenen Bücher und hat eine spannende Geschichte zu bieten. Neben krimimäßigen Elementen kommt auch der bekannte "Bücher-Zauber" nicht zu kurz. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht.


4. Gibt es ein Buch das du erst mochtest, mittlerweile aber nicht mehr?

- Ja, da gibt es sogar eine Buch-Reihe: Tagebuch eines Vampirs von Lisa J. Smith, auf dessen Büchern die TV-Serie The Vampire Diaries basiert. Nachdem ich damals die erste Staffel der Serie geschaut habe, war ich ziemlich neugierig auf die Buchvorlage und habe dann tatsächlich die ersten neun Bände gelesen (mittlerweile gibt es dreizehn Bücher). Erst fand ich die Bücher ganz gut, heute im Nachhinein, nicht mehr so. Sie wirken tatsächlich neben der Serie sehr blass.

Ich mag die TV-Serie sehr gerne und muss daher sagen, dass hier tatsächlich die Verfilmung viel besser ist als die Buchvorlage. (Sowas kommt ja eigentlch nur sehr selten vor) :D Liegt wahrscheinlich daran, dass The Vampire Diaries bis auf einzelne Szenen und Namen so gar nichts mit den Büchern gemeinsam hat.


Montag, 20. März 2017

Montagsfrage #91


Die Montagsfrage gibt es jede Woche bei Buchfresserchen.
Die Frage in dieser Woche:


Was war dein letzter Re-Read, bzw. welches gelesene Buch hast du zuletzt erneut gelesen? 

                                  

Das war Das zweite Gesicht von Kai Meyer, das ich im Dezember 2016 erneut gelesen habe.
Kurz zuvor konnte ich noch eines der letzten Exemplare der auf 666 Stück limitierten Sammlerausgabe ergattern. Da bot sich ein re-read ja geradezu an. :) Auch beim zweiten Mal war dieses Buch immer noch genau so spannend wie bei ersten Lesen.
Meine Rezension findet ihr hier: Kai Meyer - Das zweite Gesicht

Freitag, 17. März 2017

Rezension zu "Der Muschelsammler" von Anthony Doerr

Zum Buch


Der Zauber von Meer und Natur..

Der Muschelsammler ist erstmals im Jahr 2002 in der amerikanischen Originalausgabe erschienen und Anthony Doerrs preisgekröntes Debüt. Die acht wunderbaren Erzählungen sind zwar inhaltlich völlig unterschiedlich, jedoch haben sie alle etwas gemeinsam: Den beeindruckenden Erzählstil Doerrs. Oft steht das Meer mit seinen vielen Facetten im Vordergrund, aber auch der Zauber des Winters wird hier mit Liebe zum Detail beschrieben.  

Das Buch enthält folgende Geschichten:

 - Der Muschelsammler
 - Die Frau des Jägers
 - So viele Chancen
 - Lange Zeit war das Griseldas Geschichte
 - Der 4. Juli
 - Der Hausmeister
 - Verwicklungen am Rapid River
  - Mkondo

"Über ihm zogen die Sterne herauf in myriadenfachem Erschauern. Sein Leben hatte die letzte Windung  vollführt und tauchte hinab. Dorthin, wo es nicht mehr weiterging, wo es am dunkelsten war, wo sich das Schneckenhaus im Schattenhaften verlor." - Seite 39 (Der Muschelsammler)

Nachdem ich schon mit Begeisterung die anderen Werke des Autors gelesen habe, war ich nun sehr gespannt auf diese Erzählungen, die nun im März 2017 als Taschenbuch veröffentlicht wurden. (Die gebundene Ausgabe erschien bereits 2007).
Die einzelnen Geschichten sind völlig unterschiedlich: In "Der Muschelsammler" entdeckt ein blinder Muschelsammler zufällig die Heilkraft einer hochgiftigen Meeresschnecke;  in "So viele Chancen" begeistert sich ein vierzehnjähriges Mädchen nach einem Umzug ans Meer für das Fliegenfischen und in "Der 4. Juli" spielt ein skurriler Wettkampf eine zentrale Rolle.
Die Erzählungen sind in dem typischen Stil Anthony Doerrs erzählt, den man schon aus "Winklers Traum vom Wasser" oder auch "Alles Licht, das wir nicht sehen" kennt - immer leicht poetisch, zwischendurch -besonders bei Beschreibungen von Landschaften- auch immer mal in langen, verschachtelten Sätzen. Die Kurzgeschichten, die zwischen 20 und 50 Seiten lang sind, haben alle ausdrucksstarke Charaktere, die man selbst auf den wenigen Seiten sehr gut kennen lernt. Dieses hat mir sehr gut gefallen.

Das Cover ist mit dem einzelnen Segelboot auf dem Meer eher schlicht gehalten und passt meiner Meinung nach sehr gut zu dem Inhalt.

"Der Fluss taute auf und trieb riesige Eisschollen in Richtung Missouri. Das Glucksen und Plätschern des fließenden Wassers, das Geräusch der Befreiung, des Schmelzens drang durch die offenen Fenster der Hütte herein. Der Jäger spürte die alte Erregung, spürte, wie seine Seele auflebte." - Seite 60 (Die Frau des Jägers)

Mein Fazit: Acht Kurzgeschichten, jede auf besondere Art erzählt. Auch hier sticht Doerrs einzigartiger Erzählstil hervor: Leicht poetisch und mit detailreiche Beschreibungen, die aber perfekt zu den Storys passen. Das nur 256 Seiten dünne Buch lässt sich flüssig lesen, eine schöne Lektüre für zwischendurch. Insgesamt hat mir diese Story-Sammlung sehr gut gefallen - nur bei ein, zwei Geschichten war das Ende etwas zu abrupt, es blieben ein paar Fragen offen. Ansonsten ein sehr lesenswertes, wunderbares Buch. Ich vergebe 4,5 Sterne hierfür.

Meine Bewertung: 





Titel: Der Muschelsammler
Autor: Anthony Doerr
Genre: Kurzgeschichten / Erzählungen
Seitenanzahl: 256
Verlag: btb



Vielen Dank an das Bloggerportal und btb für das Rezensionsexemplar! :)