Donnerstag, 29. Juni 2017

Rezension zu "Everland" von Rebecca Hunt

Zum Buch


Eine Insel, zwei Forschungsteams und einhundert Jahre...

Im Jahr 1913: Während einer Expedition in der Antarktis entdeckt das britische Schiff Kismet eine noch unbekannte, kleine Insel und gibt ihr den Namen Everland. Kurz darauf machen sich drei Freiwillige mit einem Beiboot auf, um die Insel zu erforschen. Doch das kleine Boot gerät in einen Sturm und die drei können sich gerade noch an Land retten. Da aber die Kismet zunächst keine Möglichkeit hat zurückzukehren, wird die Expedition zu einem dramatischen Überlebenskampf...
Fast einhundert Jahre später macht sich erneut ein Forschungsteam auf den Weg nach Everland um Feldforschung zu betreiben, denn die Insel ist ein beliebter Brutplatz für Robben und Pinguine. Zugleich soll diese Reise auch eine Gedenkfahrt sein, auf den Spuren der Kismet und der damaligen Tragödie. Auch wenn das Team, ebenfalls aus drei Personen bestehend, heute besser ausgerüstet ist  als die Männer vor einem Jahrhundert, läuft auch hier nicht alles wie geplant. Zudem machen den Forschern die plötzlichen Wetterumbrüche zu schaffen. Plötzlich geht alles ganz schnell und sie befinden sich im Kampf mit den Naturgewalten der Insel...


"Millet-Bass starrte ins Leere und antwortete nicht. Es kam ihm vor, als verliehe die Sonne den Farben etwas Exaktes, fast so, als wären sie gestärkt. Blickte man landeinwärts, war der Vulkan von Everland mattschwarz und der Himmel darüber absolut weiß." -Seite 57, eBook


Nachdem mich der Roman Herz auf Eis von Isabelle Autissier sehr begeistert hatte, bin ich kurz darauf auf dieses Buch aufmerksam geworden, das zwar eine sehr ähnliche Thematik hat, aber doch eine ganz andere Geschichte enthält. Hier geht es um die kleine Insel Everland, die von zwei Antarktisexpeditionen erforscht wird - im Abstand von einhundert Jahren. Während sich im März 1913 eine Tragödie anbahnt, läuft auch im November 2012 nicht alles nach Plan. Die Lage spitzt sich bei beiden Expeditionen dramatisch zu...
Der Roman überzeugt schon von Beginn an mit einem detaillierten, klaren Schreibstil. Die Kapitel wechseln regelmäßig zwischen den Geschehnissen in der Vergangenheit und der Expedition in der Gegenwart. Dieses ist sehr gut gewählt, da man bei beiden Teams genau die zum Teil dramatischen Ereignisse verfolgen kann. Neben der Beschaffenheit der Insel lernt man auch die Charaktere sehr gut kennen. Hier wird es vor allem psychologisch sehr spannend: Ihr denken, handeln und fühlen im Zusammenhang mit der Einsamkeit und den Naturgewalten der Insel wird hier unheimlich gut beschrieben. Und auch der Verlauf der Handlung ist spannend - nach und nach erfährt man, was im Jahr 1913 wirklich geschehen ist und inwieweit sich Parallelen mit der Forschungsreise im Jahr 2012 auftun. Das Ergebnis ist überraschend.
Anfangs habe ich ein wenig gebraucht, um mich an den ständigen Zeitenwechsel und an die Personen zu gewöhnen, die teilweise nur mit ihrem Nachnamen genannt werden. Doch nach kurzer "Eingewöhnungsphase" hat mich die Geschichte schließlich gepackt.
Auch das Cover spiegelt den Roman sehr gut wieder - schlicht in weiß-blau gehalten mit einem Segelschiff in der Mitte - sehr schön gestaltet.


"Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen."  - Seite 218, eBook


Mein Fazit: "Rebecca Hunts zweiter Roman ist Abenteuergeschichte, spannender Thriller und psychologisches Drama in einem." - Dieser Aussage aus dem Klappentext kann ich auf jeden Fall zustimmen. Die Geschichte ist facettenreich und atmosphärisch sehr dicht. Zusammen mit den unterschiedlichen Charakteren und einem besonderen Schauplatz macht es dieses Buch zu einem fesselnden Leseerlebnis, in dem es mitunter sehr bewegend, manchmal etwas beklemmend  und dramatisch wird. Wer Romane wie "Herz auf Eis" mag, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Sehr lesenswert!

Meine Bewertung: 





Titel: Everland
Autorin: Rebecca Hunt
Gerne: Roman / Drama
Seitenanzahl: 416
Verlag: Luchterhand


Vielen Dank an das Bloggerportal und Luchterhand für das Rezensionsexemplar! :)

1 Kommentar:

  1. Liebe Nicole,
    und schon wieder etwas, das mich anspricht....
    Viele Lesegrüße, Heike

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