Donnerstag, 13. Juli 2017

Rezension zu "Der Hüter - Stadt der Tiefe" von Jasmin Jülicher

Zum Buch
Eine Unterwasserstadt voller Geheimnisse...

Im Jahr 1888: Nachdem der Große Krieg das Leben auf der Erdoberfläche so gut wie unmöglich gemacht hat, wurde eine Stadt konstruiert, die sich auf dem Meeresboden befindet: Biota ist für die Bewohner zu einer sicheren Heimat geworden mit vielen Annehmlichkeiten. Sämtliche Tendenz zu Gewalt wurde von den Oberen -den Vorstehern der Stadt- in den Menschen ausgelöscht. Doch dann geschieht das, was eigentlich nie hätte geschehen dürfen: Es wird eine Leiche gefunden - alles deutet darauf hin, dass sie ermordet wurde. Zusammen mit der Biologin Nic ermittelt Alexander, der oberste Hüter der Stadt, in der Sache. Schon bald finden sie heraus, dass Biota längst keine sichere Zuflucht mehr ist. Als sich die Ereignisse schließlich überschlagen, stehen die beiden vor einer schweren Entscheidung, die alles verändern kann...


"Er hatte nicht die geringste Ahnung, was er tun sollte. Morde zu untersuchen war für seine Position als Hüter nicht vorgesehen. Morde waren für Biota nicht vorgesehen. Keiner der Bewohner dürfte im Stande sein, ein solches Verbrechen zu begehen. Die Oberen hatten es gesagt." - Seite 37, eBook


Vor kurzem bin ich auf diesen besonderen Roman aufmerksam geworden, dessen Klappentext mich sofort angesprochen hat: Das Leben auf der Welt wurde durch den Großen Krieg unmöglich gemacht und Biota wurde erschaffen - eine riesige Stadt tief im Meer. Und diese Unterwasserstadt kann man sich bildlich gut vorstellen, weil sie von der Autorin sehr gut beschrieben wird. Ob es die verschiedenen Lebensbereiche, die Ränge oder auch die Forschungsbereiche sind - alles ist sehr verständlich geschildert. Ein sehr außergewöhnlicher Aspekt hier: Den Bewohnern wurde sämtliche Tendenz zu Gewalttaten genommen - und doch passiert ein Mord. Die Ermittlungen bringen  schließlich langgehütete, teils dunkle Geheimnisse ans Licht...
Was mir hier besonders gefallen hat, ist der Anfang: Denn dort wird in Zeitsprüngen geschildert, was den Großen Krieg ausgelöst hat und wie es überhaupt dazu kam - bis hin zu der Idee der Unterwasserstadt. Sehr toll fand ich die Steampunk-Elemente - gemischt mit etwas Fantasy und Abenteuer machen sie aus diesem Krimi einen sehr packenden, besonderen Roman.
Der Schreibstil ist klar, die Handlung geht zügig voran und wird nach und nach immer spannender.
Einzig die Charaktere könnten stärker ausgearbeitet sein, sie wirken noch etwas blass. Auch einzelne Übergänge zu anderen Szenen/Abschnitten waren mir manches Mal ein wenig zu abrupt. Jedoch sind das nur kleine Schwächen und trübt nicht das Leseerlebnis.
Was mich auch sehr angesprochen hat, ist das wunderschön gestaltete Cover. Das Mikroskop vor dem Fenster mit Blick auf die Weite des Meeresgrundes  ist perfekt gewählt.


"Was er da hörte, kam ihm absurd, ja unmöglich vor, doch inzwischen hatte er so viel über diese Stadt erfahren... Anscheinend war alles möglich." - Seite 196, eBook


Mein Fazit: Ein spannender Roman mit außergewöhnlichem Schauplatz und gelungenem Genre-Mix. Hauptsächlich ein Krimi, doch die Steampunk-Elemente kommen hier sehr gut zur Geltung - in Kombination mit etwas Fantasy eine tolle Mischung. Der Schreibstil ist flüssig mit detailreichen Schilderungen der Umgebung. Der Handlungsverlauf hält dann noch einige Überraschungen bereit. Abgesehen von kleinen Schwächen ein sehr lesenswerter Roman und ein toller Auftakt der Reihe!

Meine Bewertung: 




Titel: Der Hüter - Stadt der Tiefe
Autorin: Jasmin Jülicher
Genre: Krimi / Steampunk / Fantasy
Seitenanzahl: 247
Verlag: BoD - Books on Demand

Vielen Dank an Jasmin Jülicher für das Rezensionsexemplar! :)

Das eBook erscheint am 06.08.2017, für den Buchdruck läuft zurzeit eine Crowdfunding-Kampagne, bei der man die Autorin unterstützen kann. Eine tolle Sache! Für mehr Infos schaut doch einfach mal hier vorbei:

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