Donnerstag, 6. Juli 2017

Rezension zu "Die Henkerstochter und das Spiel des Todes" von Oliver Pötzsch

Zum Buch


Band 6 der Henkerstochter-Saga

Im Jahr 1670: Um seinem 7-jährigen Sohn Peter eine gute Schulbildung zu ermöglichen, macht sich der Schongauer Bader Simon Fronwieser auf den Weg von Schongau nach Oberammergau. Dort soll sein alter Freund Georg Kaiser, der dortige Schulmeister, Peter unterrichten. In Oberammergau gibt es unterdessen einen mysteriösen Todesfall: Bei den Proben zum berühmten Passionsspiel wird der Christus-Darsteller tot aufgefunden - gekreuzigt. Die Stimmung unter den Dorfbewohnern ist angespannt - jeder verdächtigt jeden, es kommt zu Reibereien. Da es im Dort gerade keinen Bader gibt, wird Simon gebeten, sich die Leiche anzuschauen und merkt schnell, dass es kein Selbstmord war. Zudem geht Seltsames in der Umgebung vor. Zusammen mit seinem Schwiegervater, dem Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl fängt er an zu ermitteln...
Auch in Schongau hat Simons Frau, die Henkerstochter Magdalena alle Hände voll zu tun. Oben in der Stadt scheint einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen...


"Fest packte sie ihren Neffen an der Hand, dann rannte sie mit wehendem Rock durch die schlammigen Gassen hinunter ins Gerberviertel. Doch sie ahnte sehr wohl, dass sie einen schweren Fehler begangen hatte." -Seite 87, eBook


Nachdem mir bereits die ersten fünf Bände der Henkerstochter-Saga sehr gut gefallen hatten, war ich nun gespannt auf den sechsten Band. Auch hier gibt es wieder mysteriöse Mordfälle - diesmal im Nachbarort Oberammergau. Dort soll das berühmte Passionsspiel zu Pfingsten aufgeführt werden, doch die Proben werden von einem Todesfall überschattet. Schnell merken Simon und sein Schwiegervater Jakob Kuisl, das es im Ort düstere Geheimnisse gibt.
Der Roman lässt sich von Anfang an gut lesen, man ist sofort mittendrin in der Geschichte. Die Schauplätze und die Vorkommnisse werden sehr detailreich dargestellt, besonders die unheimliche Atmosphäre in Oberammergau und um den nahegelegenen Kofel - ein Berg der bedrohlich über dem Dorf aufragt-  werden unheimlich gut beschrieben. Aber auch die Hauptcharaktere sind wieder in ihrem Element: Der Schongauer Scharfrichter Jakob Kuisl, der schon so manchen Mordfall aufgeklärt hat und zu den Guten gehört; seine Tochter Magdalena, die den Spürsinn ihres Vaters geerbt hat und natürlich Simon Fronwieser, Magdalenas Mann, der dem Henker bei seinen Ermittlungen zur Seite steht.
Auch wenn man die vorigen Bände noch nicht gelesen hat, kann man mittendrin einsteigen - die aktuellen Fälle sind in sich abgeschlossen und die Figuren und deren Hintergründe werden ausführlich erklärt. Jedoch kann ich auch die Vorgänger sehr empfehlen.  Sehr gut gefallen haben mir auch die beiden Karten vorn im Buch/eBook, wo zum einen ein Stadtplan von Oberammergau abgebildet ist und zum anderen eine Landkarte vom Ammertal. So kann man die Wege der Figuren sehr gut verfolgen.
Das Cover fügt sich farblich gut in die Reihe der Vorgänger ein und ist dieses Mal in Blau gehalten. Jedoch bin ich der Meinung, dass es vielleicht noch etwas moderner gestaltet werden könnte, auch wenn es ein historischer Roman ist. Doch auch wenn mir persönlich das Cover nur teilweise gefällt, (die Figuren sind nicht so meins) tut das der spannenden Geschichte keinen Abbruch. Neben einem informativen Nachwort  gibt es von Oliver Pötzsch auch noch einen kleinen Wanderführer durch die Ammergauer Alpen, für alle, die auf den Spuren dieses Romans wandeln möchten. Sehr interessant!


"Er nickte seinem Freund zu, dann eilte er durch die schattigen Gassen zurück zum Baderhaus. Als Simon ein letztes Mal zum Friedhof hinübersah, glaubte er erneut, ein Detail zu sehen, das ihn irritierte. Aber solange er auch grübelte, er kam nicht darauf, was es war." -Seite 163, eBook


Mein Fazit: Auch der sechste Band um den Scharfrichter Jakob Kuisl ist packend und voller mysteriöser Geheimnisse, die nach und nach aufgelöst werden. Ein sehr gelungener historischer Krimi mit unheimlicher Atmosphäre und einer überraschenden Auflösung. Einen halben Stern ziehe ich ab, da es im ersten Drittel ein paar Längen gab, dieses sich aber zum Glück in der letzten Hälfte komplett auflöst und die Spannung zurück kehrt  Ich kann diesen Roman jedem empfehlen, der historische Romane in Kombination mit spannendem Krimi mag. 4,5 Sterne von mir!

Meine Bewertung: 




Titel: Die Henkerstochter und das Spiel des Todes - Band 6

Autor: Oliver Pötzsch
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 624
Verlag: Ullstein

Die Bücher der Henkerstochter-Saga
Band 1 - Die Henkerstochter - Lovelybooks
Band 2 - Die Henkerstochter und der schwarze Mönch - Lovelybooks
Band 3 - Die Henkerstochter und der König der Bettler - Lovelybooks
Band 4 - Der Hexer und die Henkerstochter - Lovelybooks
Band 5 - Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg
Band 6 - Die Henkerstochter und das Spiel des Todes
Band 7 - Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf ~ erscheint am 14.07.2017 

Kommentare:

  1. Hi Nicole!

    Ich bin ja auch ein großer Fan der Henkerstochter Reihe und ich freu mich, dass ich es hier bei dir sehe! Irgendwie scheinen historische Krimis so wenig Leute zu lesen - oder so wenige Blogger? ^^

    Ich lese gerade den 7. (ja, den hab ich schon vorab bekommen) und ich find alles wieder so toll - die Mischung ist halt immer sehr unterhaltsam und abwechslungsreich. Es geht immer weiter in der Familie Kuisl und die Morde sind auch wieder sehr spannend! Freu dich drauf :D

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hi Aleshanee,

      das ist ja schön, das du die Reihe auch so toll findest! :)
      Ich habe den 7. Band dank Netgalley auch schon auf dem Reader und werde wohl am Wochenende starten. Ich hoffe, dass es noch viele weiter Bände geben wird. :)
      Viel Spaß beim Lesen!

      Liebe Grüße
      Nicole

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