Donnerstag, 22. Februar 2018

Top Ten Thursday #92

Bei dem Top Ten Thursday geht es um Bücherlisten, die jeden Donnerstag zu einem vorgegebenen Thema erstellt werden können. Die Aktion findet bei Aleshanee von Weltenwanderer statt.

Das Thema in dieser Woche:


10 Bücher die dich vor allem durch den besonderen Schreibstil beeindruckt haben


Ich finde es immer großartig, wenn Autoren und deren Bücher einen besonderen, einzigartigen Schreibstil haben. Mir sind vorallem diese Bücher im Gedächtnis geblieben:





Die Knochenuhren
David Mitchell

Ein Gentleman in Moskau
Amor Towles







Der Koffer
Robin Roe

Ein wenig Leben
Hanya Yanagihara







Die Seiten der Welt
Kai Meyer

Der Übergang
Justin Cronin





Des Teufels Gebetbuch
Markus Heitz

Der Schatten des Windes
Carlos Ruiz Zafón



Der Turm der Welt
Benjamin Monferat

Alles Licht, das wir nicht sehen
Anthony Doerr


Mittwoch, 21. Februar 2018

Rezension zu "Die letzten Tage der Nacht" von Graham Moore

Zum Buch


Der Patentkrieg zwischen George Westinghouse und Thomas Edison

New York im Jahr 1888: Als der junge Anwalt Paul Cravath einen Fall annimmt, ahnt er zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass dieser zu dem größten Patentkrieg aller Zeiten wird. Als Anwalt von George Westinghouse steht er dem wohl bekanntesten Erfinder gegenüber: Thomas Edison. In diesem Rechtsstreit geht es um eine bahnbrechende Erfindung, die alles verändern könnte: Die Glühbirne. Beide Erfinder beharren darauf, diese erfunden zu haben und hoffen auf den Gewinn dieses Rechtsstreits – denn es geht letztendlich um die Macht, das ganze Land zu elektrifizieren. Der junge Anwalt gerät schon bald in mysteriöse Verstrickungen, gefährliche Gegner und Spione lauern an jeder Ecke. Auch wenn Paul gegen Edison kämpft, hat er eines mit ihm gemeinsam: Das Ziel, zu gewinnen…


„Gefällt Ihnen die Aussicht?“ Edison sah aus dem Fenster. Jenseits der Scheiben erhob sich der untere Teil Manhattans aus dem Meer. Die Stadt flimmerte im Zwielicht von brennendem Öl und Gas, durchsetzt vom gelegentlichen Funkeln einer elektrischen Glühbirne. „Man kann die Freiheitsstatue von hier aus sehen.“ – Seite 24


Wer hat die Glühbirne erfunden? Um diese Frage dreht sich dieser Roman und mit ihr ein Rechtsstreit ungeahnten Ausmaßes. Denn der bekannte Erfinder Thomas Edison beharrt darauf, dass er die Glühbirne erfunden hat und behauptet, dass George Westinghouse das Patentrecht verletzt hat. Hauptfigur ist neben den beiden Erfindern ist aber der siebenundzwanzigjährige Anwalt Paul Cravath, der von Westinghouse engagiert wurde. Und so wird Paul mitten hinein in den größten Patentkrieg aller Zeiten hineingezogen, der damals als „Stromkrieg“ bekannt wurde.
Die Geschichte beginnt im Jahr 1888 - der Zeit, in der die Elektrizität gerade in New York Einzug erhält. Das dieses unerforschte Element auch Gefahren birgt, wird gleich auf den ersten Seiten klar. Der Autor verbindet hier gekonnt historische Fakten mit einer fiktiven Geschichte. Inwieweit die Fakten der Wahrheit entsprechen, erzählt er ausführlich in dem sehr lesenswerten Nachwort. 
Aus dem Blickwinkel von Paul Cravath geschrieben ist es spannend zu verfolgen, welche Schritte dieser als nächstes plant. Auch gibt es einige wissenschaftliche und interessante Details rund um Gleich- und Wechselstrom, der hier neben der Glühbirne eine sehr zentrale Rolle spielt. Doch es wird nie zu kompliziert – die Fakten, die immer wieder auftauchen sind sehr gut platziert. Die Story nimmt einen spannenden Verlauf, denn auf New Yorks Straßen ist es für Paul nicht ganz ungefährlich…
Der Schreibstil ist außergewöhnlich, aber sehr klar und gut verständlich. Er hat eine ganz persönliche Note.
Die Gestaltung des Hardcovers ist unheimlich gut gelungen. Das Blau wirkt sehr schön und sieht in natura noch um einiges besser aus als auf dem Foto. Die Freiheitsstatue in Kombination mit dem Umriss der Glühbirne ist sehr treffend.


Ruhig sagte er: „Paul, ich verlasse mich darauf, dass sie solche Dinge kommen sehen.“ Westinghouse‘ Worte waren wie ein kalter Luftzug. Sie kamen so leise, dass sie fast unhörbar waren, und ließen Paul trotzdem an Ort und Stelle erstarren. – Seite 131


Mein Fazit: Ein packendes Buch, das den damaligen Patentkrieg zwischen Edison und Westinghaouse schildert. Gekonnt platziert der Autor historische Fakten in die fiktive Geschichte, die sehr gut recherchiert ist. Der sogenannte Stromkrieg ist spannend zu verfolgen, die wissenschaftlichen Fakten rund um Elektrizität sind interessant. Ein gelungener historischer Roman, der mit einem guten und speziellen Schreibstil überzeugt. 


Meine Bewertung: 






Titel: Die letzten Tage der Nacht
Autor: Graham Moore
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 464
Verlag: Eichborn

Dienstag, 20. Februar 2018

Gemeinsam Lesen #144

Die Aktion findet ihr jeden Dienstag bei Schlunzen-Bücher.


1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?

Ich lese gerade "Die letzten Tage der Nacht" von Graham Moore und bin auf Seite 330 von 464.


2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zum Buch


"Es war eine lange Zugfahrt nach Pittsburgh."


3. Was willst du unbedingt zu deinem Buch loswerden?

Dieses Buch stand lange auf der Wunschliste und ich habe es mir vor kurzem von einem Weihnachtsbuchgutschein gekauft. Und die Geschichte ist wirklich spannend. Es geht um den Patentstreit zwischen George Westinghouse und Thomas Edison mit der Frage, wer die Glühbirne wirklich erfunden hat. Neben interessanten wissenschaftlichen Fakten ist es unheimlich packend zu verfolgen, wie sich die ganze Geschichte entwickelt. 


4. Viele AutorInnen haben für ihre Geschichten eine Playlist angelegt. Wie wichtig ist euch Musik in der Literatur? Habt ihr vielleicht dank eines Buches schon einmal Lied für euch entdeckt?

Ich verbinde die Band ASP oft mit Kai Meyer. Die Band gehört seit zwölf Jahren zu meinen Lieblingsbands und bin durch sie damals auf die Bücher von Kai Meyer aufmerksam geworden. Der Sänger hat oft erwähnt, das ihn die Bücher zu manchen Songs inspiriert haben. (z.B. Den Song "Die Löcher in der Menge" - Arkadien-Trilogie)

Ansonsten ist mir im Gedächtnis geblieben, das Stephenie Meyer beim Schreiben der Twilight-Saga oft die Musik von MUSE gehört hat. Der Song "Supermassive Black Hole" ist klasse und kommt auch im ersten Film vor (Baseballspiel).


Montag, 19. Februar 2018

Montagsfrage #114

Die Montagsfrage gibt es jede Woche bei Buchfresserchen.
Die Frage in dieser Woche: 


Wenn die Welt untergehen würde und du ins All oder auf einen anderen Planeten entkommen könntest, welche 3 Bücher/Reihen würdest du retten, damit sie kommenden Generationen erhalten bleiben? 


Eine schwierige Frage, denn ich würde sooo viele Bücher retten wollen. :)
Aber ich habe mich für diese drei Reihe entschieden:

  1. Harry Potter von J. K. Rowling - die Reihe darf auf keinen Fall fehlen
  2. Die Seiten der Welt von Kai Meyer - meine Lieblingstrilogie und eine wunderfolle Geschichte, in der die Bücher im Mittelpunkt stehen.
  3. Die Waringham-Saga von Rebecca Gablè - etwas historisches darf auch nicht fehlen und diese Reihe ist wirklich gelungen.

Die Liste könnte ich natürlich noch ewig fortführen.... ;) Ich bin gespannt, für welche Bücher ihr euch entschieden habt.

Freitag, 16. Februar 2018

Rezension zu "Die andere Schwester" von Kristin Hannah

Zum Buch

Vergangenheit und Gegenwart…

In ihrer Kindheit waren die beiden Schwestern Meghann und Claire unzertrennlich, denn sie hatten es nicht immer leicht. Bis plötzlich alles anders wurde. Heute, viele Jahre später haben die beiden kaum Kontakt. Doch nun möchte die 35-jährige Claire heiraten – einen Mann, den sie erst seit kurzem kennt. Doch sie ist fest davon überzeugt, dass er der Richtige ist. Meghann ist alamiert – sie möchte ihre jüngere Schwester unbedingt vor einer Enttäuschung bewahren, denn diese hat sie selbst schon zu oft erlebt. Doch plötzlich lernt sie selbst jemanden kennen, bei  dem sie sich vorstellen könnte, ihn in ihr sonst so einsames Leben zu lassen.
Und dann gerät ihr Leben von einem auf den anderen Tag aus den Fugen – etwas dramatisches bringt  die beiden Schwestern an einen Punkt, an dem sie sich ihrer schweren Vergangenheit stellen müssen. Werden sie die schweren Hürden überwinden können?


„Ihre Vergangenheit war keine Ansammlung von Erinnerungen, die aufgearbeitet werden konnten. Sie war wie ein übergroßer Samsonite-Koffer mit kaputten Rädern. Das hatte Meghann schon vor langer Zeit begriffen. Sie konnte ihn nur hinter sich herschleifen.“  – Seite 14, eBook


Nach ihrem berührenden Buch Die Nachtigall war ich sehr gespannt auf diesen Roman von Kristin Hannah. Hier erzählt sie die Geschichte von zwei Schwestern, die sich in der Kindheit sehr nahestanden, heute aber kaum noch Kontakt haben. Ihre Leben könnten unterschiedlicher nicht sein: Claire lebt mit ihrer kleinen Tochter bei ihrem Vater und verwaltet mit ihm ein kleines Camping-Resort. Meghann hingegen wohnt mitten in der Stadt und ist erfolgreiche Scheidungsanwältin. Doch als diese erfährt, das Claire Hals über Kopf heiraten will, überwindet sie sich und besucht sie. Dieser Besuch entwickelt sich ganz anders als erwartet und stellt die beiden ungleichen Schwestern vor eine schwierige Aufgabe…
Die Geschichte wird aus drei Blickwinkeln erzählt: Neben Claire und Meghann gibt es noch eine weitere Person, die genau wie die Schwestern schwere Zeiten durchmachen musste. Anfangs tauchen viele Fragen auf, aber nach und nach erfährt man mehr über die Charaktere und deren Familien, manches ist oft sehr tragisch. Claire ist ein sehr angenehmer Charakter, mit Meghann hingegen konnte ich mich zuerst gar nicht anfreunden. Doch nach einiger Zeit habe ich gemerkt, dass alles gut zueinander passt – vorallem, wenn man langsam immer mehr von den Hintergründen erfährt. Später gibt es dann einen dramatischen Einschnitt, der alles verändert…
Ich muss zugeben, dass es ein paar Seiten gedauert hat, bis mich das Buch gepackt hat. Der Anfang ist etwas zäh – jedoch  wandelt sich das in der zweiten Hälfte. Von da an konnte ich das Buch nur noch schwer aus der Hand legen.
Das Cover gefällt mir unheimlich gut – es ist farblich im Stil von „Die Nachtigall“ gehalten – sehr schön.


„Hinter ihr betrat Meghann das Podest. Da waren sie nun, Seite an Seite. Zwei Frauen, die sich als Kinder näherstanden als Schwestern und einander jetzt unendlich fern waren.“ – Seite 164, eBook


Mein Fazit: Ein schöner emotionaler Roman, der von zwei ungleichen Schwestern erzählt. Die Geschichte entwickelt sich langsam, nach und nach werden Geheimnisse gelüftet, die manchmal mehr als traurig sind. Der Schreibstil ist angenehm, die Charaktere entwickeln sich gut. Nur den Anfang fand ich etwas zäh, es hat eine Weile gedauert, bis mich das Buch packen konnte – doch das ist dann wirklich gelungen und ich war von den verschiedenen Wendungen überrascht. Ein lesenswertes Buch!

Meine Bewertung: 




Titel: Die andere Schwester

Autorin: Kristin Hannah
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 528
Verlag: Aufbau

Weitere Bücher von Kristin Hannah:
Die Nachtigall




Vielen Dank an den Aufbau-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)

Dienstag, 13. Februar 2018

Rezension zu "Schräge Typen" von Tom Hanks

Zum Buch



Stories aus der Feder von Schauspieler Tom Hanks

Tom Hanks – bekannt aus Filmen wie Forrest Gump, Philadelphia, Cast Away oder E-Mail für Dich - ist ein großartiger Schauspieler. In seinen Rollen verkörpert er die verschiedensten Charaktere auf eine besondere und mitreißende Weise. Mit Schräge Typen hat er nun eine Storysammlung veröffentlicht, die genau das enthält: Verschiedene Charaktere, auf besondere Weise einzigartig und manchmal auch etwas schräg. Jede Kurzgeschichte hat einen anderen Mittelpunkt, doch etwas haben sie alle gemeinsam – sie sind sehr gut geschrieben, schön ausgearbeitet und jede enthält ein ganz bestimmtes Detail…




Bobs Schreibmaschine war fast so groß wie das Radio seiner Großmutter, eine metallende schwarze Antiquität, die gut in diese Wohnung voller alter, seltsamer Dinge passte. Es war eine Royal, mit Glasteilen an ihrer Seite wie Opernfenster für jeden Mausezahn, der in ihr Quartier beziehen mochte.

„Funktioniert sie noch?“, fragte Sue.

„Es ist eine Schreibmachine, Kind. Ein Farbband, etwas Öl, Papier und glückliche Finger, mehr ist nicht nötig.“ – (aus „Wer ist wer?“)  Seite 121, eBook


Als ich gelesen habe, das Tom Hanks ein Buch veröffentlicht, war meine Neugier geweckt: Er ist ein sehr guter Schauspieler – kann er auch ebenso gut schreiben? Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Die verschiedenen Geschichten sind toll ausgearbeitet, in jede einzelne taucht man sofort ein und bekommt einen detaillierten Einblick in die Story. Neben vielen interessanten Charakteren gibt es ein ganz besonderes Detail: Wie bekannt geworden ist, ist Tom Hanks ein großer Schreibmaschinen-Fan – und so hat er in jede Geschichte eine Schreibmaschine eingebaut. Mal wird sie nur nebenbei erwähnt, mal steht sie im Vordergrund – wie bespielsweise in der Geschichte Das sind die Betrachtungen meines Herzens, die mit zu meinen persönlichen Favoriten gehört. Am Anfang einer jeden Geschichte ist ein Schreibmaschinenmodell abgebildet, deren Bilder auch in der eBook-Version unheimlich gut zur Geltung kommen. Was die einzelnen Geschichten genau erzählen – lasst euch überraschen! Die meisten haben mir sehr gut gefallen, bei einigen wenigen hätte ich mir ein etwas runderes Ende gewünscht, einige Fragen bleiben offen.
Das Cover ist toll gewählt – hellbau und schlicht mit Schreibmaschinentasten, in denen Titel und Autorenname stehen.


„Die Schreibmaschine musste gesäubert und geölt werden, was, wie sie annahm, etwa fünfundzwanzig Dollar kosten würde. Aber sie sann über ein größeres Rätsel nach, eines, dem sich alle gegenübersehen, die im dritten Jahrtausend eine Schreibmaschine kaufen: Was ist ihr Zweck?“ – (aus „Das sind die Betrachtungen meines Herzens“) Seite 154, eBook


Mein Fazit: Eine wirklich tolle Kurzgeschichensammlung, mit der Tom Hanks überrascht! Die Stories erzählen von besonderen Charakteren, die alle sehr gut ausgearbeitet sind. Jede Geschichte hat eine andere Facette: Mal dramatisch, mal traurig und mal einfach unterhaltsam – jede packt einen sofort und es macht Spaß, in so viele verschiedene Situationen einzutauchen. Bis auf wenige Punkte hat mir diese Storysammlung sehr gut gefallen und kann sie jedem ans Herz legen – sie überrascht!! Ich vergebe 4,5 Sterne hierfür. 

Meine Bewertung: 



Titel: Schräge Typen
Autor: Tom Hanks
Genre: Kurzgeschichten
Seitenanzahl: 352
Verlag: Piper

Hier findet ihr noch den Buchtrailer zu Uncommon Type:




Vielen Dank an den Piper-Verlag  und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)