Sonntag, 11. März 2018

Rezension zu "Die Farbe von Milch" von Nell Leyshon

Zum Buch


Die Geschichte von Mary

Im Jahr 1830: Schon seit ihrer Kindheit ist die junge Mary an harte Arbeit gewöhnt. Zusammen mit ihren drei älteren Schwestern muss sie auf dem elterlichen Hof immer mit anpacken, Ausnahmen duldet der strenge Vater nicht. Doch plötzlich ändert sich Marys Leben: Kurz vor ihrem fünfzehnten Geburtstag zieht sie in das Haus des örtlichen Pfarrers, um sich dort um die kranke Ehefrau zu kümmern. Zuerst kommt Mary nur schwer mir ihrer neuen Aufgabe zurecht - kennt sie doch nichts anderes als die schwere Hofarbeit. Doch die kranke Frau bringt Mary viel Mitgefühl entgegen und erstmals erfährt das junge Mädchen Freundlichkeit und Anteilnahme. Doch dann nimmt alles eine dramatische Wendung, als die Ehefrau stirbt und Mary nun allein mit dem Hausherrn lebt…



„Ich schaue aus dem Fenster. Es regnet während ich dies schreibe. Das Wasser rinnt an der Scheibe meines Fensters herunter und draußen ist Nebel und ich kann das Ende der Felder nicht erkennen. Ich schüttle meine Hand aus denn sie tut so weh weil ich schreib so schnell. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Ich bin Mary. M.A.R.Y.“ – Seite 49, eBook


Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass das Buch einen ganz speziellen Schreibstil hat: Das Mädchen Mary erzählt ihre Geschichte selbst und das auf eine ganz schlichte Art und Weise. Die Sätze sind lang und oft mit einem „und“ verbunden, auch Anführungszeichen gibt es keine.  Zuerst sehr gewöhnungsbedürftig, doch überraschenderweise liest es sich dann doch sehr gut. So gut, dass man das Buch nach eine Weile kaum mehr aus der Hand legen kann. Denn Mary zieht den Leser mit ihrer Geschichte in den Bann. Es wird mal traurig, mal erschütternd und auch auf gewisse Weise dramatisch – doch zwischendurch kehren auch immer wieder ruhigere Momente ein. Mary ist eine starke Hauptfigur und nimmt kein Blatt vor dem Mund – ihr bisher eintöniges Leben nimmt eine so einschneidende Wendung, dass sie im Jahr 1931 ihre Geschichte unbedingt aufschreiben und mitteilen möchte.
Mehr möchte ich gar nicht über die Handlung verraten – doch sie berührt und hallt noch lange nach.
Das Buch ist in vier Kapitel aufgeteilt, die nach den Jahreszeiten benannt sind  – die jeweilige Atmosphäre kommt jeweils sehr gut zur Geltung.


„Ich kann nichts verbergen in meiner Stimme, Missus. Zumindest wissen Sie immer woran Sie bei mir sind. Ich glaube, ich könnte nicht mal lügen wenn man es mir befehlen würde.“ (Mary) – Seite 45, eBook


Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, das durch seine schlichte Art und Weise besticht. Auf 208 Seiten erzählt die starke Hauptfigur ihre Geschichte selbst und das sehr überzeugend. Der Schreibstill ist speziell und zuerst gewöhnungsbedürftig, doch es wird schnell klar, dass alles genau so sehr gut passt. Ein Buch mit großer Intensität, das berührt und man so schnell nicht vergisst. Sehr lesenswert.


Meine Bewertung: 




Titel: Die Farbe von Milch
Autorin: Nell Leyshon
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 208
Verlag: Eisele



Vielen Dank an den Eisele-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)
 

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